Trägerklemmen sind die schnelle Lösung, wenn Sie an einem I-/H- oder T-Träger kurzfristig einen belastbaren Anschlagpunkt benötigen – z. B. für Kettenzug, Hebelzug oder Umlenkrolle. Der große Vorteil: Die Klemme wird direkt am Trägerflansch angesetzt und muss nicht „um den Träger geschlungen“ werden – so bleiben obenliegende Leitungen, Kabelkanäle oder Anbauteile unberührt, und der Aufbau gelingt meist in wenigen Handgriffen.
Trägerklemmen als Anschlagpunkt unterliegen den Bestimmungen der DGUV Vorschriften 100–500 und müssen mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden. Die hier gezeigten Trägerklemmen sind nicht als Personensicherung zugelassen.
Die meisten Trägerklemmen arbeiten über einen Spindelmechanismus: Durch Drehen an der Spindel wird die Klemme geöffnet, über den Flansch gesetzt und anschließend so geschlossen, dass die Klemmbacken den Flansch form- und kraftschlüssig umgreifen. Auf diese Weise entsteht „im Handumdrehen“ ein praktischer, temporärer Anschlagpunkt.
Das wichtigste Kriterium ist die erforderliche Tragfähigkeit: Lastgewicht plus Eigengewicht des Hebezeugs. Wird die Klemme beispielsweise zum Aufhängen einer Umlenkrolle genutzt, müssen zusätzliche Kräfte berücksichtigt werden, die durch das Abwärtsziehen des Hubseils entstehen können.
Prüfen Sie, ob die Trägerklemme zum Flanschbereich Ihres Trägers passt: Flanschbreite und Flanschdicke sind entscheidend und werden typischerweise am
Typenschild der Klemme angegeben. In der Praxis kann das dazu führen, dass für einen „dicken“ oder sehr breiten Flansch eine Klemme mit höherer Tragfähigkeit benötigt wird, nur um geometrisch zu passen.
Nicht jeder Flansch ist perfekt parallel: Je nach Produktfamilie gibt es Lösungen für parallele oder auch bis zu 10° geneigte Flansche. Achten Sie zudem auf zulässige Belastungswinkel, wenn das System nicht exakt senkrecht arbeitet.
Viele Trägerklemmen sind für eine Kraftlinie ausgelegt, die im rechten Winkel zum Trägerflansch verläuft. Eine Belastung entlang des Trägers kann zum Rutschen führen, seitliche Belastungen können den Träger verwinden und Pendelbewegungen begünstigen. Für Anwendungen mit Winkelbelastung benötigen Sie eine dafür freigegebene Konstruktion.
Trägerklemmen gibt es u. a. als Aufsteckklemme mit Rastbolzen oder als einstellbare Spindelklemme. Für sicherheitskritische Anwendungen ist ein zwangsgeführter Schließmechanismus (z. B. Gewindespindel) vorteilhaft; je nach Modell kann zusätzlich ein Kontern sinnvoll sein, um ein Selbstlösen zu verhindern.
Entscheidend ist, dass die Klemmbacken den Flansch sauber und vollständig umgreifen und die Last zentral eingeleitet wird. Bei vielen Konstruktionen wird die Klemme über die Spindel geschlossen und nur handfest angezogen; die Klemme muss sichtbar korrekt sitzen, bevor Last eingeleitet wird.
Je nach Einsatzbereich (Außenmontage, Offshore, feuchte Umgebungen) sind Oberflächenschutz und Materialwahl relevant. Einige Produktfamilien arbeiten mit verzinkten Komponenten zur Korrosionsbeständigkeit; bei speziellen Systemen sind sogar sehr tiefe Einsatztemperaturen möglich (produktabhängig).
Achten Sie auf klare Kennzeichnung mit Herstellerangaben, CE-Kennzeichnung, Tragfähigkeit und der angewandten Norm. Trägerklemmen gelten als Lastaufnahmemittel/Zubehör und fallen damit in der Regel in den Kontext der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (sowie je nach Ausführung relevanter Normen, z. B. für nicht fest am Kran angebrachte Lastaufnahmemittel).
Trägerklemmen speziell nach DGUV Vorschrift 17 sind derzeit nicht verfügbar; in der Praxis werden Trägerklemmen dennoch teils als Anschlagmittel genutzt, wenn
die Tragfähigkeit bekannt ist und ein zwangsgeführter Schließmechanismus vorhanden ist. In solchen Fällen gilt häufig: nur senkrecht zur Trägerachse belasten,
Schrägzug vermeiden und – je nach Vorgabe – die Trägerklemme in der Veranstaltungstechnik nur mit einem reduzierten Anteil der Hersteller-Tragfähigkeit einsetzen.
