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Festpunkte zum Einschrauben

Festpunkte zum Einschrauben

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Festpunkte zum Einschrauben sind belastbare Anschlagpunkte, die über ein Gewinde direkt in ein Bauteil eingeschraubt werden. Sie eignen sich besonders zum Anheben, Wenden und Positionieren von Maschinen, Aggregaten und schweren Bauteilen – ohne Schweißarbeiten und ohne dauerhaftes Anschlagblech. Das spart Zeit, reduziert Stillstand und macht den Anschlagpunkt genau dort verfügbar, wo er gebraucht wird.

Vorteile auf einen Blick

  • Schnell montiert: Einschrauben, anziehen, anschlagen – ideal für Wartung, Montage und kurzfristige Hebevorgänge.
  • Kein Schweißen nötig: Der Anschlagpunkt wird direkt im Gewinde des Bauteils realisiert.
  • Platzsparend: Besonders geeignet, wenn wenig Raum um das Bauteil vorhanden ist.
  • Hohe Flexibilität: Je nach Ausführung starr, schwenkbar und/oder drehbar – damit passt sich der Anschlagpunkt der Zugrichtung an.

Typische Ausführungen und Eigenheiten

In der Praxis unterscheiden sich Festpunkte vor allem darin, wie gut sie Zugrichtungen aufnehmen und ob sie sich an den Lastverlauf anpassen können:

  • Starre Ringschrauben / Ringmuttern (klassisch): für definierte, bevorzugt senkrechte Lastaufnahme und überschaubare Winkelanwendungen – besonders häufig als permanente Transport- und Wartungsanschlagpunkte an Maschinen.
  • Schwenkbare Anschlagpunkte: der Bügel/Ring lässt sich in einem Arbeitsbereich bewegen (modellabhängig), um den Anschlag praxisgerecht auszurichten.
  • Drehbare Anschlagwirbel / Hoist Rings: 360° drehbar und zusätzlich schwenkbar (modellabhängig) – ideal, wenn die Zugrichtung wechselt oder bei Mehrstranggehängen, weil seitliche Fehlbelastungen reduziert werden können.
  • Flache Bauform (z. B. „Flat“-Typen): liegt flach auf der Auflagefläche und ist dadurch sehr kompakt; der Anschlagring kann je nach Typ dreh- und schwenkbar sein.

Wichtige Auswahlkriterien

1) Tragfähigkeit und Belastungsrichtung

Entscheidend ist die Tragfähigkeit (WLL) in der tatsächlichen Zugrichtung. Viele Anschlagpunkte dürfen bei Winkelzug nicht mit der vollen WLL belastet werden. Für moderne, dreh- und schwenkbare Systeme gibt es häufig lastwinkelabhängige Freigaben – bei Mehrstranggehängen steigen die Kräfte in den Strängen zusätzlich, wenn der Sling Angle kleiner wird.

2) Gewinde: Typ, Größe und passende Gewindelänge

Der Anschlagpunkt muss zum Gewinde des Bauteils passen (z. B. metrisch). Achten Sie auf ausreichende Gewindeeingriffslänge und eine saubere, tragfähige Gewindeflanke – denn die Gewindeverbindung ist der primäre Lastpfad.

  • Vollständiger Gewindeeingriff ist Pflicht: Der Anschlagpunkt muss bis zur Anlagefläche eingeschraubt sein.
  • Richtwert Gewindeeingriff (typisch in technischen Anleitungen): in Stahl mindestens 1.5× Schraubendurchmesser, in Aluminium mindestens 2.0× Schraubendurchmesser.

3) Auflagefläche und Montagequalität

Eine plane, tragfähige Auflagefläche ist entscheidend: Zwischen Bauteil und Anschlagpunkt sollte kein Spalt verbleiben. Besonders bei Ringschrauben gilt: erst der saubere Flächenkontakt sorgt für die vorgesehene Lastaufnahme und verhindert Verkanten.

4) Beweglichkeit: Dreh- und Schwenkbereich

Wenn Lasten gedreht, geschwenkt oder mit wechselnder Zugrichtung bewegt werden, sind drehbare und schwenkbare Festpunkte im Vorteil: Sie richten sich zur Kraftrichtung aus und reduzieren ungünstige Seitenkräfte. Prüfen Sie, ob die gewünschte Beweglichkeit im Arbeitsbereich Ihrer Anwendung tatsächlich freigegeben ist.

5) Schraubenqualität und Systemkomponenten

Bei bestimmten Anschlagpunkten ist die Schraube Teil der Systemfreigabe (z. B. hochfeste Schrauben, rissgeprüft, definierte Güte). Verwenden Sie ausschließlich die vom Hersteller freigegebenen Schrauben/Komponenten und halten Sie die Montagevorgaben ein (z. B. Anzug nach Vorgabe).

6) Umgebung: Korrosion, Feuchte, Chemie

Für Außenbereiche oder feuchte/chemisch belastete Umgebungen sind passende Werkstoffe und Oberflächen wichtig (z. B. korrosionsgeschützte Ausführungen). Die Umgebung entscheidet maßgeblich über Lebensdauer und Inspektionsaufwand.

Typische Einsatzmöglichkeiten

  • Maschinen- und Anlagenbau: Heben, Umsetzen und Einpassen von Baugruppen bei Montage und Service.
  • Instandhaltung: temporäre Anschlagpunkte an Aggregaten (Motoren, Getriebe, Pumpen) für den schnellen Aus- und Einbau.
  • Transport und Handling: definierte Anschraubpunkte für sicheres Verladen, Drehen und Positionieren.
  • Mehrpunkt-Hebevorgänge: dreh-/schwenkbare Festpunkte für Mehrstranggehänge, wenn Zugrichtungen variieren oder Bauteile gedreht werden.

Prüfung, Kennzeichnung und Sicherheit

Festpunkte zum Einschrauben zählen zu Anschlagmitteln bzw. Hebezeugzubehör und müssen im Betrieb regelmäßig kontrolliert werden. Üblich sind Sichtprüfung vor Einsatz (Risse, Verformung, Gewinde, Funktion) sowie wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person. Achten Sie zudem auf eindeutige Kennzeichnung (z. B. WLL, Herstellerkennzeichen, CE) und verwenden Sie den Anschlagpunkt nur im Rahmen der Herstellerfreigaben.

Merke

Der sicherste Anschlagpunkt nützt nichts, wenn Gewinde, Auflagefläche und Zugrichtung nicht passen: Voll einschrauben, sauber anliegen lassen und die zulässige WLL in der realen Zugrichtung einhalten – besonders bei Winkelzug und Mehrstranggehängen.



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