Festpunkte zum Einschrauben sind belastbare Anschlagpunkte, die über ein Gewinde direkt in ein Bauteil eingeschraubt werden. Sie eignen sich besonders zum Anheben, Wenden und Positionieren von Maschinen, Aggregaten und schweren Bauteilen – ohne Schweißarbeiten und ohne dauerhaftes Anschlagblech. Das spart Zeit, reduziert Stillstand und macht den Anschlagpunkt genau dort verfügbar, wo er gebraucht wird.
In der Praxis unterscheiden sich Festpunkte vor allem darin, wie gut sie Zugrichtungen aufnehmen und ob sie sich an den Lastverlauf anpassen können:
Entscheidend ist die Tragfähigkeit (WLL) in der tatsächlichen Zugrichtung. Viele Anschlagpunkte dürfen bei Winkelzug nicht mit der vollen WLL belastet werden. Für moderne, dreh- und schwenkbare Systeme gibt es häufig lastwinkelabhängige Freigaben – bei Mehrstranggehängen steigen die Kräfte in den Strängen zusätzlich, wenn der Sling Angle kleiner wird.
Der Anschlagpunkt muss zum Gewinde des Bauteils passen (z. B. metrisch). Achten Sie auf ausreichende Gewindeeingriffslänge und eine saubere, tragfähige Gewindeflanke – denn die Gewindeverbindung ist der primäre Lastpfad.
Eine plane, tragfähige Auflagefläche ist entscheidend: Zwischen Bauteil und Anschlagpunkt sollte kein Spalt verbleiben. Besonders bei Ringschrauben gilt: erst der saubere Flächenkontakt sorgt für die vorgesehene Lastaufnahme und verhindert Verkanten.
Wenn Lasten gedreht, geschwenkt oder mit wechselnder Zugrichtung bewegt werden, sind drehbare und schwenkbare Festpunkte im Vorteil: Sie richten sich zur Kraftrichtung aus und reduzieren ungünstige Seitenkräfte. Prüfen Sie, ob die gewünschte Beweglichkeit im Arbeitsbereich Ihrer Anwendung tatsächlich freigegeben ist.
Bei bestimmten Anschlagpunkten ist die Schraube Teil der Systemfreigabe (z. B. hochfeste Schrauben, rissgeprüft, definierte Güte). Verwenden Sie ausschließlich die vom Hersteller freigegebenen Schrauben/Komponenten und halten Sie die Montagevorgaben ein (z. B. Anzug nach Vorgabe).
Für Außenbereiche oder feuchte/chemisch belastete Umgebungen sind passende Werkstoffe und Oberflächen wichtig (z. B. korrosionsgeschützte Ausführungen). Die Umgebung entscheidet maßgeblich über Lebensdauer und Inspektionsaufwand.
Festpunkte zum Einschrauben zählen zu Anschlagmitteln bzw. Hebezeugzubehör und müssen im Betrieb regelmäßig kontrolliert werden. Üblich sind Sichtprüfung vor Einsatz (Risse, Verformung, Gewinde, Funktion) sowie wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person. Achten Sie zudem auf eindeutige Kennzeichnung (z. B. WLL, Herstellerkennzeichen, CE) und verwenden Sie den Anschlagpunkt nur im Rahmen der Herstellerfreigaben.
Der sicherste Anschlagpunkt nützt nichts, wenn Gewinde, Auflagefläche und Zugrichtung nicht passen: Voll einschrauben, sauber anliegen lassen und die zulässige WLL in der realen Zugrichtung einhalten – besonders bei Winkelzug und Mehrstranggehängen.
